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Eine kurze Anmerkung zur Energiepolitik der Deutschen Bundesregierung

Es ist mehr als lobenswert, wie sich die Deutsche Bundesregierung, allen voran die Bundeskanzlerin Dr Angela Merkel, für die Nutzung erneuerbarer Energien einsetzt. In diesem Sinne ist in der Vergangenheit viel erreicht worden, und nicht ohne Grund kommt Deutschland eine gewisse Führungsrolle im "Kampf gegen den Klimawandel" zu. Die Deutsche Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf alternative Energien. Zu den alternativen Lösungsvorschlägen gehören neben Wind und Sonnenenergie, Brennstoffzellentechnologie etc. auch die Nutzung der Kernenergie (Kernspaltung und Kernfusion). Die Nutzung der Kernspaltung ist eher kurz - bzw. mittelfristig zu sehen (es besteht überhaupt die Frage, ob die Kernspaltung als alternative Energiequelle betrachtet werden kann), da Uranvorkommen begrenzt sind und zudem erhöhte gesundheitliche Risiken durch den Atommüll auftreten. Die Kernfusion ist dagegen langfristig gesehen die alternative Energiequelle überhaupt.
Unter der Kernfusion versteht man die Verschmelzung von Wasserstoffkernen zu Helium, wobei immens viel Energie freigesetzt wird. Da der Rohstoff im unendlichen Maß vorhanden ist, würde bei technischer Nutzbarmachung der Wasserstoffusion der Menschheit eine Quelle zur Verfügung stehen, mit der sich alle Energieprobleme beheben lassen; ein wissenschaftlich - technisches Projekt gigantischen Umfangs, an dem Tausende Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt beteiligt sind. Uns allen ist aber klar, daß noch mindestens drei Jahrzehnte vergehen werden, bis ein großer Reaktor imstande ist, die Fusion der Wasserstoffkerne zu ermöglichen, wenn es überhaupt gelingen wird. Und was in 3 - 4 Jahrzehnten noch alles passieren wird, wieviel Energiekrisen wir Menschen durchzustehen haben, welche politisch wirtschaftlichen Konflikte wir auszustehen haben werden (gerade im Zuge der Rohstoffverknappung)... Und ob überhaupt das Vorhaben gelingt und wieviel Geld in dieses Projekt noch hineingesteckt werden muß; wenn es doch nur einen einfacheren Weg geben würde.
Unter der Nutzbarmachung der Energie aus der Kernfusion versteht man im allgemeinen die heiße Fusion, die nur bei hohen Temperaturen abläuft. Die für den Ablauf der heißen Fusion notwendige Aktivierungsenergie ist hoch, zu hoch als daß dieser Prozeß unter einfachen Bedingungen vonstatten gehen kann und daher im Punkte Forschung und Entwicklung enorm viel Aufwand erfordert.
Die kalte Fusion - die Verschmelzung schweren Wasserstoffs im Reagenzglas - wäre auch bei Zimmerwärme möglich. Die kalte Fusion, die im Jahre 1989 mit dem Pons Fleischmann Experiment in Salt Lake City für aufregenden Diskussionsstoff gesorgt hat, wurde danach über viele Jahre totgeschwiegen und hat aber seit geraumer Zeit eine nicht zu unterschätzende Plattform bei der Amerikanisch Chemischen Gesellschaft gefunden. Nach dem heutigen Stand der Dinge ist es erwiesen, daß es die kalte Fusion gibt, daß also die Fusion von schweren Wasserstoffkernen bei Zimmerwärme unter bestimmten experimentellen Bedingungen auftritt, wobei Überschußenergie freigesetzt wird. Hinzu kommen Nebeneffekte wie Kernumwandlungen, Helium - und Tritiumemissionen ... und so weiter. All dies sind Untersuchungsergebnisse, die in langjähriger Forschungsarbeit herausgefunden wurden und auf dem Amerikanisch Chemischen Kongreß in San Francisco 21. - 22. März zum erneuten Male in mehr als 46 Präsentationen vorgetragen werden. Keine Universität, kein Forschungsinstitut, kein Energiekonzern und keine Regierung dieser Welt kann es sich leisten, diese wertvollen und aussagekräftigen Ergebnisse zu ignorieren, insbesondere dann nicht wenn sie ein überzeugendes Argument dafür sind, die kalte Fusion in die Liste alternativer Energien aufzunehmen.
Im folgenden werden drei Gründe aufgeführt und kurz diskutiert, warum es an der Zeit ist, die kalte Fusion zu thematisieren.

  1. Im Zuge des fortschreitenden Klimawandels, der Verknappung der Rohstoffressourcen und der zunehmenden Gefahr sich zuspitzender Energiekrisen kann es sich keine Regierung der Welt leisten, die kalte Fusion als Option alternativer Energiequellen zu ignorieren, auch wenn es gleichermaßen damit verbunden ist, bestehende Konventionen und Strickmuster in unserem Denken über Bord zu werfen.
  2. In Zuge der Wirtschafts - und Finanzkrise wird es zu strukturellen Veränderungen kommen. Man wird finanziell sehr aufwendig geführte Forschungsprojekte, die nur langfristig gesehen zum Erfolg führen können (wenn überhaupt), hinsichtlich der Anpassung an ein bedeutend enger geschnürtes Finanzpaket auf Zweckmäßigkeit (Aufwand und Nutzen) neu evaluieren müssen, und man wird sich in diesem Sinne sehr gut überlegen müssen, ob es noch lohnenswert ist, viel Geld in eine Forschung hineinzustecken, die, so man die Blickrichtung umkehrt, nur ein Bruchteil kosten würde. So verhält es sich mit der heißen und der kalten Fusion. Die Bundesregierung gibt ein Drittel ihres Forschungsetats für die heiße Fusion aus. Rechnet man all die Beträge auf, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten zusammengenommen für die Forschung an der heißen Fusion ausgegeben wurden, kommt eine hübsche Summe zustande; und man wird sich fragen müssen, ob es das wert war, wenn auf der anderen Seite die Forschungsergebnisse der kalten Fusion explizit darauf hinweisen, daß es viel einfacher und viel billiger geht.
  3. Da die kalte Fusion offensichtlich ohne viel Aufwand betrieben werden kann (Forschung und praktische Verwirklichung zur Energiegewinnung), ist es nur natürlich davon auszugehen, daß Schwellenländer sich dieser Sache annehmen könnten, die zwar kaum das Potential besitzen (Finanzierung und wissenschaftlich - technisches Wissen), die heiße Fusion anzukurbeln, aber allemal die kalte Fusion (bedenkt man, daß Forschung und technische Nutzbarmachung der kalten Fusion nur ein Bruchteil der Kosten in Anspruch nehmen, die für die heiße Fusion ausgegeben werden). Zudem ist weithin bekannt, daß in den USA, Italien, Rußland wie auch Japan die kalte Fusion an einigen staatlich gestützten Instituten Forschungsgegenstand ist.

Worum es geht, ist ein zeitlicher Vorlauf, der verspielt werden könnte, und der am Ende der Deutschen Bundesregierung viel mehr Geld kosten würde als die Entscheidung, die kalte Fusion offiziell zum Forschungsgegenstand an Universitäten und Forschungseinrichtungen zu machen.
In diesem Sinne sollte man sehr gut abwägen können, daß sich politisch - wirtschaftliche Strukturen in einem stetigen Veränderungsprozeß befinden und sich hierbei, gemäß der Frage, wer die Energie hat und sich selbst versorgen kann, bestehende Machtkonstellationen verschieben können.
Es scheint, als ob sich ein Zug in Bewegung gesetzt hat, ein Prozeß in Gang gesetzt wurde, der sich, weil er eine gewisse Eigendynamik bekommen hat, nicht aufhalten läßt. Die Deutsche Bundesregierung wäre gut beraten, sich dieser Sache anzunehmen; mit Bedacht, in sorgfältigen und gewissenhaften Analysen.
Eine öffentliche Diskussion der kalten Fusion, durch die Medienlandschaft angeregt, wird sich nicht umgehen lassen. Sie sollte behutsam, sachgemäß, Schritt für Schritt, aber kontinuierlich betrieben werden.

Jan Marwan                                                               
Berlin, den 11.03.2010

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